Wohlbefinden

Lockdown-Müdigkeit: Warum wir so erschöpft sind und was dagegen hilft

Wenn Du das Gefühl hast, Dich in einem ständigen Zustand der Lockdown-Müdigkeit zu befinden, bist Du nicht allein. Die sich dauernd wiederholenden Nachrichten, die Ungewissheit über den weiteren Verlauf der Pandemie und die Dauer über den erzwungenen Aufenthalt zu Hause zehren an unserer Energie. Während wir uns dem Ende des elften Monats der „sozialen Distanzierung und Isolation“ nähern, ist der gefühlte Burnout bei vielen Menschen greifbar und nur allzu real.

Die aktuelle Realität der Pandemie können wir nicht ändern. Was wir jedoch tun können, ist uns um unsere Gesundheit kümmern und so ganz bewusst für neue Kraft sorgen. Hierfür ist es hilfreich zu verstehen, was die Ursache dieses allmählich lähmenden Gefühls der Lethargie und der Erschöpfung ist und wie wir an dieser Ursache ansetzen können.

Genau darum geht es in unserem Interview mit Mediziner und Wissenschaftler, Dr. Stephan Barth, der sich in seiner Arbeit seit fast 3 Jahrzehnten auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen konzentriert. Er erklärt, was genau die "Lockdown-Erschöpfung" ist, was die Symptome und die Ursachen dafür sind, was man gegen diese Art der chronischen Müdigkeit am besten tun kann und welche Rolle Nahrungsergänzungsmittel dabei spielen.

Über den Experten: Dr. Stephan Barth ist Mediziner und Lebenswissenschaftler, habilitierter Lebensmitteltoxikologe sowie Gesundheits- und Ernährungsexperte bei nutrition hub. Er ist wissenschaftlicher Entwickler des „Mitochondrialen Prinzips“, auf dessen Basis inuvia alle Gesundheitslösungen, einschließlich der Zellfokus+ Produkte, entwickelt hat.

Was hat es mit der Lockdown-Müdigkeit auf sich?

Hallo Stephan, wir – das inuvia Team – sind sehr stolz, Dich als Mediziner und Wissenschaftler gewonnen zu haben und freuen uns, dass Du Dir heute Zeit für uns und ein Gespräch genommen hast.

Um direkt mit der Frage zu starten die derzeit die meisten Menschen in Deutschland bewegt und interessiert: Was genau ist diese Lockdown-Erschöpfung?

Dr. Stephan Barth: Natürlich gibt es nicht die EINE Lockdown-Erschöpfung, da sie sich bei verschiedenen Menschen auf unterschiedliche Weise äußert. Die Symptome sind jedoch bei den meisten Menschen sehr ähnlich und beinhalten diese extreme Achterbahnfahrt von Emotionen und Gefühlen der vergangenen Monate. Bei vielen kommt eine vielschichtige Angst hinzu, die sich unter anderem in gefühlter Zukunftsunsicherheit oder einem Mangel an Kontrolle über einen großen Teil unseres Lebens, zeigt.

Der Hauptgrund, warum diese Art der Erschöpfung mittlerweile so weit verbreitet ist, liegt darin, dass wir uns in rasender Geschwindigkeit an diese sich unaufhaltsam entwickelnde Situation anpassen und immer neu akklimatisieren mussten, während da draußen eine Infektionskrankheit grassiert, die noch immer das Potenzial hat, unser Leben zu beenden. Liebgewonnene Routinen wurden unterbrochen, gewohnte Zeitpläne wurden geändert, und viele Menschen sind noch immer an ihrem neuen Arbeitsplatz zu Hause. Viele mussten sich daran gewöhnen, von heute auf Morgen in allen ihren Lebens- und Arbeitsbereichen parallel neue – und eingeschränkte – Wege zu gehen.

Darüber hinaus wird das Wohlbefinden natürlich bei vielen Betroffenen auch durch existenzielle Schwierigkeiten und damit verbundene finanzielle Sorgen stark beeinträchtigt. Die Folge ist in vielen Situationen ein schmerzhafter Lern- und Anpassungsprozess, sich zu verändern und alltägliche Dinge anders zu tun, als man es in der alten Normalität gelernt hatte. Das erfordert eine erhebliche kognitive Flexibilität und gleichzeitig ein großes Maß emotionaler Ausgeglichenheit, die nicht bei jedem gleichermaßen ausgeprägt sind.

Hinzu kommt, dass chronische Angst und das ständige „Kopfkino“ unsere Schlafqualität stören. Aus der Summe dieser Belastungen abgeleitet ist es demnach ganz logisch und gut nachvollziehbar, dass sich das Gefühl ständiger Müdigkeit und Erschöpfung ohne Aussicht auf Regeneration oder Ausbrechen aus diesem Teufelskreis breit macht.

Die Lockdown-Müdigkeit zeigt sich als Gefühl der Erschöpfung, der mangelnden Konzentration und der immer geringer werdenden Motivation. Manche beschreiben diese schwer greifbaren und sehr undurchsichtigen Symptome bildhaft auch als "Gehirnnebel".

Ich denke diese Gefühle und auch die Ursachen können viele Menschen nachvollziehen. Kannst Du denn noch ein wenig näher beschreiben, was genau die Symptome sind, wenn Du von dieser Lockdown-Erschöpfung sprichst?

Das kann ich sehr gut. Denn ich habe mich gerade in der Anfangsphase der Corona-Krise und zu Beginn des ersten Lockdowns tatsächlich selbst zu den Betroffenen gezählt. Auch meine persönliche Gesundheit hat unter dieser Belastung gelitten.

Die Auswirkungen der Lockdown-Müdigkeit auf unsere Gesundheit und Wohlbefinden – körperlich sowie psychisch – zeigen sich bei verschiedenen Menschen natürlich sehr unterschiedlich. Trotzdem gibt es ein sehr übergreifendes Gefühl, das jeder bei sich ausmachen kann. Es zeigt sich als Gefühl der Erschöpfung, der mangelnden Konzentration und der immer geringer werdenden Motivation. Manche beschreiben diese schwer greifbaren und sehr undurchsichtigen Symptome bildhaft auch als "Gehirnnebel", und sogar wissenschaftliche Publikationen über diese metaphorische Symptomatik zeigen, wie ernstzunehmend und weit verbreitet diese Symptome mittlerweile sind.

Mitochondriale Dysfunktion: Energie fehlt

Andere Betroffene der „Lockdown-Erschöpfung“ haben auch festgestellt, dass ihr Kurzzeitgedächtnis massiv nachgelassen hat. Möglicherweise ist das bedingt dadurch, dass man ein völlig verschobenes Zeitgefühl während des Lockdowns entwickelt hat. Ich selbst habe anfangs gemerkt, wie schlagartig monoton und gleichförmig jeder Tag abläuft. Dadurch haben mir zeitliche Ankerpunkte und, bildhaft gesprochen, die „Eselsohren“ für meine Erinnerung gefehlt.

Diese Gefühle und Prozesse werden weiter durch die Angst und Erschöpfung verstärkt, die bei vielen schon vor der Pandemie auf dem Vormarsch waren. Die derzeitige Mischung aus Fatigue und Angst ist daher noch stärker ausgeprägt, weil die Sorgen um unsere Gesundheit und die Gesundheit anderer, die Finanzen und die zukünftige Sicherheit, die es bereits vor Corona gab, durch diesen Stressor „Coronavirus“ noch weiter verstärkt wurden. Dadurch ist der Stress nicht mehr gesund, sondern in „toxische Bereiche“ erhöht. Sicherlich noch zusätzlich dadurch verstärkt, da viele von uns mit immer mehr alltäglichen und teils auch gleichzeitig existenzbedrohlichen Verantwortlichkeiten jonglieren, vermehrt um einen regelmäßigen und guten Schlaf kämpfen und dies zunehmen isoliert und zum Teil wirklich einsam bewältigen müssen.

Mit der Zunahme der geschilderten psychologischen Stressoren kommt es zudem auch zu einer Zunahme physiologischer Reaktionen in unserem Körper. Das bedeutet: Der psychische Stress und unsere Stressreaktion hat körperliche Konsequenzen zur Folge. So wird schnell deutlich, dass der Geist und der Körper nämlich eine untrennbare Einheit bilden, im angelsächsischen spricht man von „mind-body-health“.

Mit all dem, was wir während des Lockdowns und der Pandemie der letzten Monate erlebt haben, sind viele Menschen so umfassend und so chronisch in einem höheren Erregungszustand, wie noch nie zuvor erlebt. Das wirkt sich negativ auf unser Energieniveau aus. Diese dauerhafte Stressreaktion aus originär psychischer Belastung kann sich dann auch körperlich äußern und zu der beschriebenen körperlichen Müdigkeit mit Erschöpfung, Muskelverspannungen und Kopfschmerzen führen, so dass wir uns in Summe nicht nur schlapp, sondern auch extrem unruhig und reizbar fühlen.

Hinzu kommt die schleichend zunehmende psychische Bedrückung und eine Art empfundener Traurigkeit über die fehlende körperliche und lebhafte soziale Interaktion. Dazu kommt die Wut über die fehlende Kontrolle über die Situation und die Frustration über die fehlende Klarheit zu den zukünftigen Perspektiven mit Rückkehr unserer geliebten Freiheiten.

Da in erster Linie auch der Schlaf vieler Menschen gestört ist, ist es dann noch einmal viel schwieriger, unser emotionales Gleichgewicht in Balance zu halten, da uns die wichtige regenerative Wirkung des Schlafes körperlich echt fehlt. Das ergibt insgesamt eine große Belastung für unsere Gesundheit.

Stress verstärkt die Lockdown-Müdigkeit

Wie wirken sich denn dann die jüngsten Entscheidungen zusätzlich auf diejenigen aus, die bereits jetzt schon unter der Lockdown-Erschöpfung leiden?

Stress ist ja eigentlich ein wichtiger und auch sehr positiver (weil überlebenswichtiger) Teil der menschlichen Erfahrung, der es uns ermöglicht, eine physiologische Reaktion zu kanalisieren, um effektiv auf Bedrohungen zu reagieren. Aber dieser chronische, kontinuierliche Prozess der ständigen Auslösung der Stressreaktion verstärkt die Lockdown-Müdigkeit. Es findet nämlich eine fortgesetzte Aktivierung unseres sympathischen Nervensystems statt und das verbraucht erhebliche Mengen an Energie. Das ist ein bisschen so, als würde man bei getretener Kupplung gleichzeitig Vollgas geben. Man verbraucht dabei sehr viel zusätzlicher Energie aber kommt nicht vom Fleck.

Hinzu kommt, dass die Ungewissheit über die zukünftigen Entwicklungen auch unsere Widerstandsfähigkeit gegenüber zukünftigen Stressoren noch weiter verringert. Wir haben daher auch erhebliche Schwierigkeiten unser parasympathisches Nervensystem als entspannender Gegenspieler des Sympathikus zu aktivieren. Der Parasympathikus sollte uns eigentlich entspannen lassen und eben als Gegengewicht zum Stress in unserem Körper eine Entspannungsreaktion auslösen.

Was viele Menschen nicht wissen: Wo die Energie für unseren Körper - für alle unsere Zellen – eigentlich herkommt, wo sie erzeugt wird.

Bedeutet das dann, dass chronischer Stress kombiniert mit fehlender Entspannung und schlechter Regeneration insgesamt zu einem Leerlaufen unserer Energiedepots führt und deshalb Schuld an unserer chronischen Erschöpfung hat?

Ja genau, das ist richtig. Die Stressreaktion in unserem Körper ist etwas, das erheblich mehr Energie kostet, als für unseren normalen Körpervorgänge notwendig ist.

Was viele Menschen nicht wissen: Wo die Energie für unseren Körper - für alle unsere Zellen – eigentlich herkommt, wo sie erzeugt wird. Und genau an dieser Stelle kommen kleine Energiekraftwerke ins Spiel, die tausendfach in jeder unserer Zellen diese Energie produzieren. Viele haben vielleicht mal etwas von Mitochondrien gehört - genau so heißen diese kleinen zellulären Kraftwerke.

Ohne jetzt eine Schulstunde über den Energiestoffwechsel zu halten, ist es wichtig zu verstehen, dass Energie nicht das ist, was wir in Form von Nahrungsmitteln jeden Tag als Zucker, Fett oder Eiweiß essen oder trinken. Dies sind lediglich die Rohstoffe, die unsere Mitochondrien, neben dem eingeatmeten Sauerstoff, dafür benötigen, um die eigentliche Energie - das sogenannte Adenosintriphosphat oder auch kurz ATP - in unseren Zellen herzustellen. Da fast der gesamte eingeatmete Sauerstoff bei der Energieerzeugung benötigt wird, heißt dieser Prozess auch Atmungskette oder Zellatmung. Dieses dabei entstehende ATP ist der biologische Energieträger und für uns überlebenswichtig, weil sämtliche Vorgänge und Prozesse in unserem Körper, bis hinein in unsere Zellen, ohne ATP nicht funktionieren würden. ATP ist daher eigentlich das Molekül des Lebens, da ohne ATP und die gute Arbeit unserer fleißigen Mitochondrien kein Leben und auch keine Gesundheit im Sinne von Fitness und Wohlbefinden entstehen kann.

Zurück zur dauerhaften Belastung und die gerade erläuterte chronische Stressreaktion kann man sich nun auch sehr gut vorstellen, dass die zusätzliche Energie für den Stress dazu führt, dass die Mitochondrien nur unter Dauerlast diesen Mehrbedarf an Energie produzieren können. Da die Mitochondrien keine Maschinen sind, sondern kleine biologische Einheiten, nutzen sie sich selbst sehr stark durch die Dauerbelastung der Energieproduktion durch chronischen Stress ab.

Was kann man aktiv gegen Lockdown-Müdigkeit tun?

Das ist ja sehr faszinierend! Aber wie ist da der Zusammenhang mit der Lockdown-Erschöpfung? Und was sind – mit diesem Wissen über unsere Mitochondrien und die Relevanz einer guten Funktion – die besten Möglichkeiten zur Behandlung von Lockdown-Müdigkeit?

Die gute Nachricht zuerst: Man kann viel selbst für sich und seine Energieproduzenten tun, um die Müdigkeit und Erschöpfung abzuschütteln und gleichzeitig zu verhindern, in den nächsten Wochen in das bekannte Loch der Frühjahrsmüdigkeit zu fallen.

Wir haben ja gelernt, dass die Mitochondrien fast wie ein soziales Netzwerk in unseren Zellen leben und daher tut ihnen auch Vieles gut, was uns als Menschen auch systemisch gesund und leistungsfähig hält. Die „Big 5“, wie ich es immer nenne, d.h. die fünf wichtigsten Maßnahmen gegen die Erschöpfung, beinhalten: Regeneration durch Schlaf, Kontrolle durch Tagesroutinen, Menschlichkeit und Wohlbefinden durch Vernetzung aller Art und last but not least eine mitochondrienfreundliche gesunde Ernährung sowie regelmäßige Bewegung. Diese Maßnahmen erhalten die Fitness unserer Mitochondrien und können uns auch nachhaltig aus einer chronischen Erschöpfung führen.

Mitochondrien stärken: Schlaf

Wie sehen diese „Big 5“ konkret aus? Um mit einem zu beginnen: Was kann man nun ganz konkret für einen guten Schlaf tun, um damit die Regeneration zu fördern?

Wenn es darum geht, Erschöpfung zu bekämpfen, verwundert es nicht, mit dem Schlaf zu beginnen. Unseren Schlaf-Wach-Zyklus zu verbessern, indem wir eine konsistente Schlafroutine anstreben, ist ein echt guter Anfang. Eine normale Schlafdauer bietet einen Anker in unserem Tag-Nacht-Rhythmus und erlaubt uns, unsere natürliche zirkadiane Rhythmik zu unterstützen. Dies wirkt sich gleich dreifach positiv aus, nämlich auf die Produktion neuer Mitochondrien und unseren Energiestoffwechsel, unser emotionales Gleichgewicht und mentale Resilienz und beeinflusst ferner unsere gesamte hormonelle Regulation, insbesondere in unserer Stressachse.

Vor dem Schlafengehen empfehle ich daher solche Dinge, die die Schlafqualität beeinträchtigen, wie Alkohol, Koffein und große Mahlzeiten, zu vermeiden, um die Schlafhygiene und dadurch den regenerativen Aspekt des Schlafs zu erhöhen. Da Stress und Angstzustände zusätzlich auch Schlafprobleme verursachen können, ist es außerdem wichtig, eine Abendroutine zu kultivieren, die es erlaubt, sich von technischen Geräten, Medien und intensiven körperlichen oder geistigen Höchstleistungen zu trennen. Stattdessen sollte man sich besser achtsameren und entspannenden Aktivitäten widmen, die insgesamt helfen sich zu destimulieren und zu entstressen. Das entlastet die Mitochondrien und hilft ihnen, sich zu regenerieren.


Und was hat es mit „Kontrolle durch Tagesroutinen“ auf sich? Meinst Du damit einen strukturierten Tagesablauf?

Genau. Wir alle kennen das Gefühl der Ziellosigkeit, wenn wir einen Tag ohne Struktur und Plan haben. Indem wir einen Zeitplan für unseren Schlaf, für die Mahlzeiten, die Phase der Arbeit und auch für die Entspannung erstellen, haben wir schon einmal eine gute Tagesstruktur geschaffen, innerhalb derer wir uns frei bewegen können. Diese zeitlichen Ankerpunkte gewährleisten auch ein Maß an gefühlter Sicherheit und Kontrolle, die uns helfen, uns weniger ängstlich und gleichzeitig auch stabiler zu fühlen.

Wenn der Tag geplant wird, empfehle ich, auch Zeit im Freien einzuplanen. Das reduziert nachweislich Stress und Ängste und verbessert letztlich auch den Schlaf. Ein weiterer hilfreicher Tipp für den Tagesabschluss ist es außerdem, sich eine feste Endzeit zu setzen. Es ist einfacher, die Arbeit zu beenden, wenn sie räumlich getrennt vom übrigen Leben stattfindet. Jedoch ist das umso schwerer, wenn von zu Hause gearbeitet wird und dies zumal ohne einen geplanten Endpunkt.

Ich selbst habe daher diese zeitliche Ziellinie für jeden Tag fest eingeplant und habe mir auch einen "digitalen Sonnenuntergang" geschaffen. Hierfür schalte ich die Geräte zum festgelegten Ende meines Arbeitstages nicht nur aus, sondern lege sie auch konsequent so weg, dass ich sie danach nicht mehr in die Hand nehme. Dies alles zahlt in ein gutes Stressmanagement ein, wovon letztlich auch unsere Mitochondrien massiv profitieren.

Blog: Lockdown-Müdigkeit, soziale Verbindung

Welche Tipps hast Du in Bezug auf das Vernetzen und Verbinden mit anderen in Lockdown-Zeiten?

Es steht für mich außer Frage, dass die Kommunikationstechnologie ein zweischneidiges Schwert ist. Die Möglichkeiten, mit denen sie mir helfen kann, miteinander in Verbindung zu bleiben - von Zoom bis hin zu virtuellen Selbsthilfegruppen - machen sie für mich zu einem hilfreichen Werkzeug - vor allem jetzt.

Der Lockdown ist nach meiner Erfahrung, auch trotz der sozialen Isolation in vielen Lebensbereichen, eine gemeinsame menschliche Erfahrung, die wir auch gemeinsam durchmachen sollten. Es ist wichtig, dass wir nicht immer das Gefühl haben, dass wir ständig alleine erschöpft sind.

Um die Einsamkeit zu bekämpfen rate ich daher jedem, bewusst geeignete Wege zu nutzen, um mit anderen Menschen zu interagieren. Auf diese Weise investiert man nicht nur in eine persönliche Selbstfürsorge, sondern dies ermöglicht durch soziale Interaktion auch anderen gegenüber freundlich und hilfreich zu sein. Telefonieren, Facetime oder das Treffen draußen in der Natur wären geeignete Wege, um mit anderen Menschen verbunden zu bleiben und sich auch um Andere kümmern zu können. Schließlich hat sich gezeigt, dass gerade das "sich Kümmern" und das Tun von netten Dingen für andere das Serotonin im Gehirn erhöht. Serotonin ist der Neurotransmitter, der uns das Gefühl von Zufriedenheit und Wohlbefinden gibt.

Blog: Lockdown-Müdigkeit, Ernährung

Und als letzten Punkt hast Du einen Mix aus mitochondrienfreundlicher Ernährung und der richtigen Bewegung für die mitochondriale Fitness genannt. Wie genau sollte das aussehen?

Wie bereits eben kurz angerissen, kommen unseren Mitochondrien genau solche Maßnahmen zugute, die mittels Ernährung, aber auch Bewegung und Verhalten zur Entspannung und zum Stressmanagement eine wichtige Rolle spielen.

Nachgewiesenermaßen haben nämlich sehr unterschiedliche Bereiche des Lebenswandels einen positiven Effekt auf die gerade geschilderte Funktion unserer Mitochondrien und können somit der Erschöpfung der Mitochondrien und im schlimmsten Fall deren Funktionsverlust sehr systemisch mittels sich sinnvoll ergänzender Maßnahmen entgegensteuern:

  • ERNÄHRUNG: Eine eher zuckerarme Diät mit geringer tierischer Eiweißaufnahme bei hoher Zufuhr eher langkettiger, gerne mehrfach ungesättigter tierischer und pflanzlicher Fette und reichlicher Zufuhr pflanzlicher Bioaktivstoffe unterstützen den zellulären Energiestoffwechsel. Diese Mitochondrien-freundliche Ernährung versorgt den mitochondrialen Stoffwechsel mit den richtigen Rohstoffen zur Energieerzeugung. Intermittierendes Fasten hat eine durch die Kalorienreduktion ausgelöste Vermehrung der Mitochondrien sowie effiziente Energieerzeugung zur Folge. Spezielle Bioaktivstoffe in Lebensmitteln wirken ähnlich wie „Schmier- und Pflegemittel“ für die Mitochondrien, da sie wichtige Komponenten in der mitochondrialen Energieerzeugung für eine effiziente und bedarfsgerechte Energieproduktion funktionell unterstützen.
  • VERHALTEN: Verhaltensbasierte Maßnahmen (Entspannungs- oder Achtsamkeitsübungen, geregelter Schlaf) modulieren in allen Körperzellen die zelluläre Stressreaktion und die Regeneration durch eine direkte Beeinflussung der mitochondrialen Netzwerke in den Zellen. Dadurch können diese gezielten Maßnahmen verhindern, dass zu hohe Mengen schädlicher Radikale anfallen bzw. mitochondriale Puffer- und Regenerationssysteme überlastet werden.
  • BEWEGUNG: Gleiches gilt für eine regelmäßige, aber nicht überbelastende körperliche Betätigung, die korrekt dosiert gerade die Anzahl der Mitochondrien in Herz- und Skelettmuskel sowie auch in Abwehrzellen erhöhen kann. Dies führt nicht nur zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit und Abwehrkraft sondern beugt ferner einer zu schnellen Erschöpfung unter Belastung vor.

Nicht nur für diese Maßnahmen, sondern erst recht für die komplementäre Unterstützung der mitochondrialen Fitness mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlichen Bioaktivstoffen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass diese wissenschaftlich fundiert und zielgerichtet mit der Fachkenntnis über die zelluläre Biochemie und auf den Stoffwechsel der Mitochondrien abgestimmt erfolgt. inuvia Zellfokus+ ist mit viel Sorgfalt genau unter diesen Anforderungen entwickelt worden.

Für die komplementäre Unterstützung der mitochondrialen Fitness mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlichen Bioaktivstoffen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass diese wissenschaftlich fundiert sind.

Je nach individueller Gesundheitskonstellation können stark variierende und sehr unterschiedliche stoffliche Ansatzpunkte sinnvoll sein: Wenn es z.B. darum geht, die Anpassungsfähigkeit des Körpers auf neue oder besondere Belastungen zu optimieren, sollten neben Resveratrol, Rutin und oligomeren Procyanidinen außerdem pflanzliche Adaptogene (Salidrosid, Rosavine aus Rhodiola rosea) aufgenommen werden. Diese pflanzlichen Bioaktivstoffe unterstützen die Mitochondrien auch dabei, den Energiebedarf der Zelle und eines ganzen Organs schnell erkennen zu können, um die Energieproduktion sehr effizient an schnelle Bedarfsänderungen anpassen zu können.

Falls die gesundheitliche Zielsetzung darin besteht, einem durch chronische Belastung oder Alterung bedingten Nachlassen der Leistungsfähigkeit der Mitochondrienfunktion etwas entgegenzusetzen, sollten beispielsweise neben Ubiquinol (Coenzym Q10) auch die Bioflavonoide Hesperidin, Naringenin oder Ellagitannine (Urolithine) eine Rolle spielen, da sie die Atmungskette in den Mitochondrien durch eine effiziente ATP-Produktion und eine adäquate Sauerstoffversorgung unterstützen können.

Im Falle einer bereits deutlich erschöpften Mitochondrienfunktion - z. B. im Rahmen einer chronischen Erkrankung, dauerhafter Erschöpfung oder durch die chronische Einnahme bestimmter Medikamente - kann eine Verbesserung der Widerstandsfähigkeit mittels Auffrischung der mitochondrialen Puffersysteme und Unterstützung der Regeneration bzw. Entsorgung erschöpfter Mitochondrien durch pflanzliche und gut bioverfügbare Curcuminoide oder Pyrrolochinolinchinon (PQQ) erreicht werden.

Vielen Dank, lieber Stephan, für dieses sehr erhellende Gespräch!! Ich freue mich schon auf unser kommendes Gespräch rund um Mitochondrien und mitochondriale Fitness.

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