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Mitochondrien: So wichtig sind sie für Deine Immunabwehr

Corona, Zika, Ebola, und sogar die altbekannte Grippe: Wir alle kennen die Viren, die seit jeher die Menschheit plagen, und die derzeit als gigantische Welle einer Corona-​Pandemie – verursacht durch SARS-CoV-2 – über den Erdball rollen.

Ja, Viren können uns krank machen. Umso erstaunlicher und zugleich faszinierend, dass es uns als Menschheit über Millionen von Jahren erfolgreich gelungen ist, diese trickreichen Eindringlinge in Schach zu halten. Grund hierfür sind sehr effiziente Abwehrsysteme in unserem Körper und unseren Zellen sowie ein starkes Immunsystem (Van Blerkom 2003).

Wie vermehren sich Viren im Körper?

Viren sind häufig kaum mehr als eine Kette von Genen, die in einer Proteinhülle verpackt sind. Sie funktionieren meist auf eine grundlegende, sehr ähnliche Weise: Sobald ein Virus die Abwehrreihen unserer Schleimhautbarrieren – die äußeren Schutzhüllen des Organismus – überwinden konnte und eine Zelle infiziert hat, kapert es die zelleigene molekulare Produktionsmaschinerie. Dies dient dem Virus dazu, seine eigenen Gene massiv zu vervielfältigen und enorme Mengen viraler Proteine auszuschütten. Aus diesen Bauteilen werden neue Viren zusammengesetzt. Diese wiederum verlassen die originär befallene Zelle und machen sich auf die Suche nach neuen Zellen. Erst an dieser Stelle werden sie für das Immunsystem "erkennbar" und greifbar.

Tausende verschiedener Viren versuchen auf diese Art und Weise täglich die Barrieren unseres Körpers unbemerkt zu durchbrechen und in die Körperzellen zu gelangen. Daran werden sie jedoch glücklicherweise durch effiziente Abwehrmechanismen in allen Körperzellen und unser Immunsystem gehindert. Letzteres attackiert mittels hochspezialisierter Immunzellen die Viren so heftig, dass sie meist effizient beseitigt werden können, ohne spürbare Schäden anzurichten.

Dr. Stephan Barth ist Mediziner und Lebenswissenschaftler, habilitierter Lebensmitteltoxikologe sowie Gesundheits- und Ernährungsexperte bei nutrition hub. Er ist wissenschaftlicher Entwickler des „Mitochondrialen Prinzips“, auf dessen Basis inuvia alle Gesundheitslösungen, einschließlich der Zellfokus+ Produkte, entwickelt hat.

Für die Immunabwehr wird Energie aus unseren Mitochondrien benötigt

Für die einwandfreie Abwehr in den Zellen und ein insgesamt gesundes Immunsystem ist die Funktion der sogenannten Mitochondrien essenziell. Mitochondrien sind kleine zelluläre Energiekraftwerke, die in allen Körperzellen vorkommen und dort Energie in Form eines Moleküls namens Adenosintriphosphat (ATP) produzieren. Mitochondrien stellen dieses ATP allen Körperzellen als eine Art biologische „Energiewährung“ in ausreichender Menge zur Verfügung. Den Zellen wird dadurch ermöglicht, ihrer Funktion nachzugehen und somit lebenswichtige Prozesse im Körper aufrechtzuerhalten.

Die Energiezufuhr führt letztlich auch zur Stärkung der Immunzellen. Denn das ATP gewährleistet eine normale Zellfunktion zur Abwehr gegen eindringende Krankheitserreger (Faas and de Vos 2020).

An dieser Stelle wird schnell klar, wie essenziell und lebenswichtig die Mitochondrien nicht nur generell für die Funktionalität aller Zellen, sondern erst recht für gut funktionierende Zellen im Immunsystem und für die Abwehrkraft sind. Ohne die Bereitstellung von Energie, könnten die Killerzellen, Fresszellen und Lymphozyten (zum Beispiel T-Zellen) aus dem Immunsystem ihre - für uns lebenswichtige - Arbeit nicht verrichten.

Geschwächte Mitochondrien schwächen die Immunabwehr

Ausreichend Energie unterstützt also eine gute Abwehr und ein starkes Immunsystem, während zu wenig Energie zu einem geschwächten Immunsystem beiträgt. Denn ohne die bereitgestellte Energie der Mitochondrien, wären alle unsere Körperzellen in ihrer jeweiligen Funktion eingeschränkt. Dadurch könnten sie den Virusattacken wahrscheinlich nur eingeschränkt begegnen oder wären diesen sogar weitgehend schutzlos ausgeliefert (Scott 2010, Refolo, Vescovo et al. 2020).

Wie beispielhaft in jüngst veröffentlichten wissenschaftlichen Übersichtsartikeln zusammengefasst (Moehlman and Youle 2020, Shenoy 2020, Yao and Lawrence 2020), könnten geschwächte Mitochondrien in der Tat eine Art „zelluläre Achillesferse“ in allen betroffenen Körperzellen und gerade auch in den Zellen des Immunsystems bilden. Die Zellen im Immunsystem werden in aller Regel besonders beansprucht und benötigen daher viel Energie für ihre Arbeit. Krankheitserreger haben es folglich leichter, Zellen zu infizieren, deren Mitochondrien bereits vor ihrem Eintreffen geschwächt waren. Auch eine schnelle, von zellulären Kontrollmechanismen unbemerkte Vermehrung der Viren in infizierten Zellen und die beeinträchtigte Antwort des Immunsystems, könnte mit geschwächten Mitochondrien zusammenhängen.

Sämtliche Maßnahmen zur Unterstützung der normalen Mitochondrienfunktion zusammengenommen, können eine Art von „Mundschutz für Deine Zellen“ bilden.

Unser Lebensstil kann die Mitochondrien und unser Immunsystem positiv und negativ beeinflussen

Zahlreiche Lebensstilfaktoren, wie eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung an der frischen Luft, beeinflussen die Mitochondrien. So führt eine gesunde Ernährungsweise dazu, dass die Mitochondrien Brennstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Proteine) und Pflegemittel (Vitamine, Mineralstoffe, pflanzliche Inhaltsstoffe) erhalten, die für die Energieproduktion wichtig sind. Ausreichend Bewegung wiederum stärkt die Mitochondrien durch eine verbesserte Durchblutung, verstärkte Atmung und einer erhöhten Sauerstoffsättigung im Blut. Denn all' das führt zu einer guten Sauerstoffversorgung der Energiekraftwerke unserer Zellen.

So wie die gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung Dein Immunsystem stärken, so wird es von zu viel Stress geschwächt. Die Funktionsfähigkeit Deiner Mitochondrien wird negativ beeinträchtigt und auf Dauer - sprich, unter chronischem Stress - ist eine anhaltenden Erschöpfung der zellulären Energieproduktion die Folge. Spürbar wird dies unter anderem durch erhöhte Infektanfälligkeit oder weniger Leistungsfähigkeit.

Neben chronischem Stress, können auch versteckte Entzündungsprozesse - und die damit einhergehende beschleunigte Zellalterung - die Widerstandsfähigkeit Deines Körpers schwächen. Entzündung und Alterungsprozesse schränken, so wie chronischer Stress, die Mitochondrien in ihrer Funktion deutlich ein.

Fazit

Abgeleitet aus diesen aktuellen Beobachtungen zur Erforschung der Mitochondrienfunktion und deren zentraler Rolle in der Immunabwehr, liegt das Bild nahe, dass sämtliche Maßnahmen zur Unterstützung Deiner normalen Mitochondrienfunktion auch das Immunsystem stärken und daher insgesamt eine Art von „Mundschutz für Deine Zellen“ bilden könnten (Quiles, Rivas-Garcia et al. 2020).

Durch eine sehr bewusste Unterstützung ihrer Funktion, können Mitochondrien ihre normale Rolle in den Zellen als Kraftwerk und "Energiemanager" auch bei Virusattacken erfüllen. So haben die körper- und zelleigenen Barrieren und Deine Immunabwehr ausreichend Energie verfügbar, um den geschilderten viralen Attacken weiterhin gut zu begegnen und Dich somit schützen zu können (Singh, Chaubey et al. 2020).

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Zitierte Studien:

Quiles, J. L., L. Rivas-Garcia, A. Varela-Lopez, J. Llopis, M. Battino and C. Sanchez-Gonzalez (2020). "Do nutrients and other bioactive molecules from foods have anything to say in the treatment against COVID-19?" Environ Res 191: 110053.

Refolo, G., T. Vescovo, M. Piacentini, G. M. Fimia and F. Ciccosanti (2020). "Mitochondrial Interactome: A Focus on Antiviral Signaling Pathways." Front Cell Dev Biol 8: 8.

Scott, I. (2010). "The role of mitochondria in the mammalian antiviral defense system." Mitochondrion 10(4): 316-320.

Shenoy, S. (2020). "Coronavirus (Covid-19) sepsis: revisiting mitochondrial dysfunction in pathogenesis, aging, inflammation, and mortality." Inflamm Res 69(11): 1077-1085.

Singh, K. K., G. Chaubey, J. Y. Chen and P. Suravajhala (2020). "Decoding SARS-CoV-2 hijacking of host mitochondria in COVID-19 pathogenesis." Am J Physiol Cell Physiol 319(2): C258-C267.

Van Blerkom, L. M. (2003). "Role of viruses in human evolution." Am J Phys Anthropol Suppl 37: 14-46.

Yao, Y. and D. A. Lawrence (2020). "Susceptibility to COVID-19 in populations with health disparities: Posited involvement of mitochondrial disorder, socioeconomic stress, and pollutants." J Biochem Mol Toxicol: e22626.