Ernährung

PQQ: Nur Sternenstaub oder neues Supervitamin?

Diese Forschungsgeschichte hätte sich ein Hollywood Regisseur nicht besser ausdenken können!

Im Jahre 1999 startete die Raumsonde „Stardust“ mit dem Auftrag, interstellaren Staub und Partikel aus dem Schweif des Kometen „Wild 2“ einzufangen, um unter anderem Hinweise auf die Ursprünge des Lebens zu bekommen. Nach ihrer Reise von mehr als 5 Milliarden Kilometern durch den Weltraum landete die Sonde wohlbehalten auf der Erde, um nachfolgend zahlreichen Wissenschaftlern die Möglichkeit zur Analyse des eingefangenen interstellaren Staubs zu geben. (Brownlee, Tsou et al. 1996, Kissel, Krueger et al. 2004)

Im Jahr 2003 war dann die Sensation perfekt. Ein deutsch-österreichisches Forscherteam um den Ingenieur Franz Krüger fand heraus, dass der interstellare Staub eine Substanz namens Pyrrolochinolinchinon, kurz PQQ genannt, enthält. PQQ gilt seit seiner Entdeckung als ein essenzieller Kandidat und möglicher Bestandteil der „Ursuppe“, da es genau solche enzymatischen Reaktionen unterstützen kann, die zum Aufbau höhermolekularer Substanzen, wie zum Beispiel die Bestandteile unserer Gensubstanz (DNS), dienen könnten (Krueger, Werther et al. 2004).

PQQ wurde bereits 1964 vom norwegischen Biochemiker Jens G. Hauge entdeckt. Im Jahre 1979 gelang dann dem Biologen S.A. Salisbury, die Substanz zu isolieren und deren chemische Struktur darzustellen. Erst viel später, nämlich im Jahr 2003, fand schließlich der japanische Biologe und Neurowissenschaftler Tadafumi Kato heraus, dass PQQ nicht nur in vielen Organen von Säugetieren sondern auch im Blut und verschiedenen Organen vom Menschen vorkommt (Naveed 2016).

Was genau macht PQQ so besonders?

Man weiß bereits seit einigen Jahren, dass PQQ von vielen verschiedenen Bakterienarten gebildet wird, aber eben nicht von Tier- oder Pflanzen-Zellen selbst synthetisiert werden kann. Faszinierend ist daher zu verfolgen, wie genau die Substanz aus den Bakterien in die menschliche Nahrungskette gelangt: PQQ wird nämlich nicht nur von Bakterien, die im Boden leben, synthetisiert, sondern auch von ihnen in den Boden freigesetzt, von wo aus es in die Pflanzen und somit in die menschliche Ernährung gelangt. In zahlreichen der bislang auf PQQ-Gehalte analysierten Obst- und Gemüseproben (zum Beispiel Kiwi, grüne Paprika, Petersilie; siehe Tabelle) sowie in Soja- oder Kakaobohnen wurde PQQ in 5-10-fach höheren Konzentrationen als im menschlichen Körper detektiert (Bajpai, Darra et al. 2018).

PQQ: In diesen Lebensmitteln ist die besondere Substanz enthalten.

Warum ist PQQ so wichtig für den Körper?

Hier hat die Forschung sehr lange gebraucht, um diese Frage beantworten zu können und nach wie vor sind viele Details noch nicht im Detail bekannt. Klar ist mittlerweile jedoch, dass PQQ ausgerechnet in der Funktion der sogenannten Mitochondrien und folglich für unsere Zellen, den gesamten Körper und unsere Gesundheit eine essenzielle Rolle spielt.

Die Mitochondrien sind die Energiekraftwerke, die in jeder Körperzelle für die Produktion der überlebenswichtigen Energie sorgen. Diese Energieproduktion geschieht in den Mitochondrien jedoch nicht reibungslos. Das heißt, die beteiligten Bausteine in diesen kleinen Zellkraftwerken nutzen sich mit der Zeit ab und unterliegen daher einem erheblichen Verschleiß. Dieser „Verschleiß“ nimmt mit erhöhter Belastung und auch mit dem Alter stetig zu, wie in einem kürzlich veröffentlichten Übersichtsartikel detailliert zusammengefasst ist (Webb and Sideris 2020).

Um diese Funktionseinheiten wieder zu regenerieren, sind unterschiedliche Substanzen aus unserer Ernährung essenziell. Und genau hier betritt PQQ die Bühne der ganzheitlichen Gesunderhaltung. Die Substanz schafft nämlich bis zu 20.000 Regenerationszyklen beteiligter Proteine in den Mitochondrien und kann auf diese Weise der oben geschilderten Abnutzung entgegenwirken. Zum Vergleich schafft das berühmte Vitamin C, nur 4 Regenerationen je Molekül Vitamin C zu unterstützen und ist somit viel weniger effizient in seiner Wirksamkeit und wesentlich eher verbraucht (Naveed 2016, Bajpai, Darra et al. 2018). Bei dieser regenerativen Wirksamkeit bleibt PQQ jedoch nicht stehen.

PQQ aus Kakaobohnen

PQQ sorgt für einen effizienten Energiestoffwechsel

Mittlerweile hat die Wissenschaft herausgefunden, dass PQQ den Mitochondrien sogar dabei hilft einen höheren Energiebedarf, zum Beispiel bei Sport oder geistiger Anstrengung, schnell zu erkennen und sofort darauf zu reagieren. Mit Hilfe von PQQ schaffen die Mitochondrien nämlich eine schnelle Erhöhung ihrer Produktionskapazität durch mitochondriale Neubildung und Vernetzung, um die Energieerzeugung schlagartig an den erhöhten Bedarf anpassen zu können. Diese Effizienzsteigerung bei Belastung trägt übrigens auch dazu bei, dass durch PQQ unterstützt auch weniger Nebenprodukte anfallen, die in größerer Menge die Zellbestandteile sogar schädigen könnten. Nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ setzt zusammenfassend die Wirkung von PQQ in den Zellen im Energiestoffwechsel an, indem die Mitochondrien in ihrer normalen Funktion einer effizienten Energiebereitstellung mit möglichst wenig Nebenprodukt unterstützt werden (McIntire 1998, Rucker, Chowanadisai et al. 2009, Chowanadisai, Bauerly et al. 2010).

Diese Ergebnisse waren Startpunkt zahlreicher Studien, um die gesundheitlichen Vorteile von PQQ für Menschen zu überprüfen, insbesondere in Bezug auf Diabetes, die Funktion und den Schutz von Nervenzellen und auf den Verlauf unerkannter chronischer Entzündungsprozesse, die mittlerweile als ein wichtiger Antreiber krankmachender Alterungsprozesse gelten (sogenanntes Inflammaging; engl.: Entzündungsalterung) (Akagawa, Nakano et al. 2016).

PQQ könnte eine Art "Supervitamin" sein

Abschließend kann man festhalten, dass PQQ an zahlreichen und überlebenswichtigen Stoffwechselvorgängen im menschlichen Organismus essenziell als „Hilfsfaktor“ beteiligt ist, jedoch nicht in unseren Körperzellen synthetisiert werden kann, sondern über die Nahrung zugeführt werden muss. Da dies die harten Kriterien sind, die eine Substanz zu erfüllen hat, um Vitaminstatus erreichen zu dürfen, mehren sich mittlerweile die Stimmen aus den beteiligten Forschungsdisziplinen, PQQ den Status als „Vitamin“ zu geben.

Aktuelle und zum Teil sehr visionäre Forschungsberichte sprechen bereits jetzt davon, dass PQQ als sogenanntes „Langlebigkeitsvitamin“ in die Familie der B-Vitamine eingereiht werden und mit seinem beschriebenen und sehr vielfältigen Wirkspektrum an den Mitochondrien eine Art „Supervitamin“ werden könnte (Ames 2018).

In diesem Zusammenhang ist es daher für gesundheitsinteressierte Verbraucher essenziell sich darüber bewusst zu sein, durch welche Lebensmittel oder spezielle Ernährungsergänzung PQQ gezielt in den Ernährungsplan integriert werden kann. Leider steht diese Information noch nicht in den üblichen Nährwerttabellen unserer Lebensmittel.

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Referierte wissenschaftliche Artikel:

Akagawa, M., M. Nakano and K. Ikemoto (2016). "Recent progress in studies on the health benefits of pyrroloquinoline quinone." Biosci Biotechnol Biochem 80(1): 13-22.

Ames, B. N. (2018). "Prolonging healthy aging: Longevity vitamins and proteins." Proc Natl Acad Sci U S A 115(43): 10836-10844.

Bajpai, P., A. Darra and A. Agrawal (2018). "Microbe-mitochondrion crosstalk and health: An emerging paradigm." Mitochondrion 39: 20-25.

Brownlee, D. E., P. Tsou, K. L. Atkins, C. W. Yen, J. M. Vellinga, S. Price and B. C. Clark (1996). "STARDUST: finessing expensive cometary sample returns." Acta Astronaut 39(1-4): 51-60.

Chowanadisai, W., K. A. Bauerly, E. Tchaparian, A. Wong, G. A. Cortopassi and R. B. Rucker (2010). "Pyrroloquinoline quinone stimulates mitochondrial biogenesis through cAMP response element-binding protein phosphorylation and increased PGC-1alpha expression." J Biol Chem 285(1): 142-152.

Kissel, J., F. R. Krueger, J. Silen and B. C. Clark (2004). "The Cometary and Interstellar Dust Analyzer at comet 81P/Wild 2." Science 304(5678): 1774-1776.

Krueger, F. R., W. Werther, J. Kissel and E. R. Schmid (2004). "Assignment of quinone derivatives as the main compound class composing 'interstellar' grains based on both polarity ions detected by the 'Cometary and Interstellar Dust Analyser' (CIDA) onboard the spacecraft STARDUST." Rapid Commun Mass Spectrom 18(1): 103-111.

McIntire, W. S. (1998). "Newly discovered redox cofactors: possible nutritional, medical, and pharmacological relevance to higher animals." Annu Rev Nutr 18: 145-177.

Naveed, M. T., K.; Sadia, H.; Ahmad, H.; Mumtaz, A.M. (2016). "The Life History of Pyrroloquinoline Quinone (PQQ): A Versatile Molecule with Novel Impacts on Living Systems." International Journal of Molecular Biology 1(1): 1-20.

Rucker, R., W. Chowanadisai and M. Nakano (2009). "Potential physiological importance of pyrroloquinoline quinone." Altern Med Rev 14(3): 268-277.

Webb, M. and D. P. Sideris (2020). "Intimate Relations-Mitochondria and Ageing." Int J Mol Sci 21(20).

Bild Webseite Stephan

Dr. Stephan Barth

Mediziner & Lebenswissenschaftler

Dr. Barth ist wissenschaftlicher Entwickler des „Mitochondrialen Prinzips“, auf dessen Basis inuvia alle Gesundheitslösungen, einschließlich der Zellfokus+ Produkte, entwickelt hat.